
Flucht- und Ersatztreppen: Sicherheit, wenn es schnell gehen muss
Ob bei Kirchensanierungen, in öffentlichen Gebäuden oder bei Großveranstaltungen: Wenn normale Wege gesperrt sind oder im Notfall geräumt werden muss, schlägt die Stunde der Fluchttreppentürme. Als Gerüstbau-Fachbetrieb sorgen wir dafür, dass diese Rettungswege absolut sicher und normgerecht zur Verfügung stehen.
Wann braucht man einen Fluchttreppenturm?
Ein Ersatztreppenturm ist immer dann vorgeschrieben, wenn:
Baustellen in großen Höhen einen sicheren Evakuierungsweg für Arbeiter benötigen.
Der erste oder zweite Rettungsweg aufgrund von Baumaßnahmen blockiert ist.
Die Personenkapazität in einem Gebäude vorübergehend erhöht wird.
Die technischen Anforderungen (Sicherheit geht vor)
Im Gegensatz zu normalen Handwerker-Treppen müssen Fluchttreppen viel höhere Lasten tragen und spezielle Maße einhalten:
Hohe Traglasten: Fluchtreppen sind oft für Belastungen von 5,0{ kN/m2} oder mehr ausgelegt, damit viele Menschen gleichzeitig sicher absteigen können.
Kindersichere Geländer: Die Geländer müssen so konstruiert sein, dass sie nicht überklettert werden können und niemand hindurchrutscht (Stabgeländer).
Rutschhemmung: Die Stufen müssen bei jeder Witterung (Regen, Eis) maximale Trittsicherheit bieten.
Geometrie und Sicherheitsmerkmale
Damit eine Ersatztreppe als vollwertiger Fluchtweg anerkannt wird, müssen spezifische bauliche Merkmale erfüllt sein:
Laufbreite: Diese richtet sich nach der Anzahl der Personen, die das Gebäude verlassen müssen (meist mindestens 1,00 m bis 1,20 m im Lichten).
Steigungsverhältnis: Die Stufen müssen ein angenehmes Begehungsverhältnis aufweisen (Regelmaß ca. 17/29 cm), um Stürze bei schneller Evakuierung zu vermeiden.
Rechtliche Grundlagen
Der Einsatz von Fluchttreppen wird durch verschiedene Verordnungen geregelt:
- Landesbauordnung (LBO): Schreibt den zweiten Rettungsweg vor.
- Versammlungsstättenverordnung (VStättVO): Regelt die Anforderungen bei Events und großen Menschenmengen.
- DIN EN 12811: Die europäische Norm für Arbeitsgerüste, die auch die Basis für Treppenstrukturen bildet.
Wichtiger Hinweis zur PSAgA: Auch wenn die fertige Treppe ohne Sicherung begangen wird, ist die Montage eines solchen Turms eine Hochrisiko-Arbeit. Das Montagepersonal muss zwingend mit kompletter PSAgA (Auffanggurt und Verbindungsmittel) arbeiten, da Treppentürme oft freistehend in große Höhen gebaut werden.
